Die schönen Tage sind vorbei

Das Alternative Jugendcamp, welches bereits zum siebten mal stattfand, ist zu ende. 5 Tage voller Vorträge, Workshops, Konzerten und jeder Menge Spaß. Ungefähr 320 alternative Menschen, aus ganz Deutschland, besuchten das Camp. Damit waren es deutlich mehr Besucher als im letzten Jahr. Der Höhepunkt des Ajucas war eine Strassenparty im kleinen Städtchen Burg Stargard. Rechte Aufkleber und Schmierereien trübten das Stadtbild. Diese wurden an diesem Tag jedoch entfernt. Mit bunter Kreide und linken Stickern wurde die Stadt verschönert.

Ein Demobericht:

Etwa 200 Jugendliche demonstrierten heute gut gelaunt und bei bestem Wetter in Burg Stargard für eine bunte, weltoffene und friedliche Gesellschaft. Getreu dem Motto „Reclaim the Streets“ ging es mit Musik und zahlreichen witzigen Aktionen vom Bahnhof einmal quer durch das mecklenburgische Städtchen und zurück. Die meisten der jungen Menschen waren vom derzeit in Lärz stattfindenden AjuCa angereist, um in der „Stadt der Rosen“ für alternative Jugendkultur zu werben.

Viele der Passanten zeigten sich erfreut von der Anwesenheit der linken Demonstrant_innen und nahmen bereitwillig Infomaterial entgegen. Burg Stargard sowie das Stargarder Land sind, mit Wahlergebnissen von über 10% für die NPD, rechte Hochburgen in der Region um Neubrandenburg. Weite Teile der örtlichen Jugendszene werden seit Jahren vom ehemaligen Stadtvertreter und aktiven Neonazi Norman Runge dominiert und indoktriniert, Naziaufkleber und -parolen prägen das Stadtbild… ein trauriges Beispiel für fremdenfeindlichen Alltag in der mecklenburgischen Provinz – so dauerte es auch heute nicht lange, bis es am Rande des Demonstrationszuges zu Provokationen kam: ein angedeuteter Hitlergruß aus dem Fenster, geballte Fäuste von einer die Demo passierenden Nazi-Treckerfahrt und Runge persönlich, der aus dem Auto heraus die Demonstration fotografieren wollte.
Doch der Zug ließ sich nicht beirren, blieb kräftig und laut und befreite Burg Stargard von Nazischmierereien und -aufklebern.

Die Polizei – anfangs ziemlich nervös und überfordert – rückte zwar mit allerhand Fahrzeugen samt Personal an, blieb aber bis zum Ende ruhig und freundlich.

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Nazis offensiv entgegentreten! Gegen den rechten Alltag!


3 Antworten auf “Die schönen Tage sind vorbei”


  1. 1 JohannS 29. August 2009 um 19:09 Uhr

    ach was für eine herrliche aktion!
    fand sie sehr gelungen und gut, das wir nicht nur in schwarz aufgetreten sind….

  2. 2 JohannS 29. August 2009 um 23:08 Uhr

    total glatt…wie ich gerad gelesen hab, wurden unsere schönen aufkleber von der stadt entfernt. sollen sich doch mal freuen, das da was schönes buntes hängt und dann auch noch mit schöner aussage.
    und die bullen wollen/haben da irgendie anzeige wegen propaganda machen/gemacht. aber das wegen rechter schmierereien.
    das ja auch gut,
    aber um es mit den worten einen lieben genossen zu sagen

    die merken sich doch keinen meter mehr!

  3. 3 creative 31. August 2009 um 14:56 Uhr

    einen tag später waren die ganzen aufkleber rund um den BHF schon wieder alle abgekratzt bzw überklebt

    Hammer Schäbig!!

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